Rennsteigstaffel 2022
Es ist der 18.06.2022, Tag der Rennsteigstaffel. Im Thüringer Wald herrscht Waldbrandstufe 5, denn 1800 Läuferinnen und Läufer bringen den Waldboden zwischen Hörschel und Blankenstein zum Glühen. Schon im Vorhinein war uns klar, dass dies bei angesagten 34 Grad keine leichte Aufgabe sein würde, aber die Herausforderung damit umso größer.
Unser Team „Kernbergziegen“ setzt sich hauptsächlich aus Studierenden und Sportler/innen aus Jena zusammen. Schwierig gestaltete sich anfangs die Suche nach Teammitgliedern, da noch mehr Staffeln aus Jena starten und so Beinahe das Angebot der Nachfrage überwog.
Es ist der 18.06.2022, Tag der Rennsteigstaffel. Im Thüringer Wald herrscht Waldbrandstufe 5, denn 1800 Läuferinnen und Läufer bringen den Waldboden zwischen Hörschel und Blankenstein zum Glühen. Schon im Vorhinein war uns klar, dass dies bei angesagten 34 Grad keine leichte Aufgabe sein würde, aber die Herausforderung damit umso größer.

Unser Team „Kernbergziegen“ setzt sich hauptsächlich aus Studierenden und Sportler/innen aus Jena zusammen. Schwierig gestaltete sich anfangs die Suche nach Teammitgliedern, da noch mehr Staffeln aus Jena starten und so Beinahe das Angebot der Nachfrage überwog.
Bereits am Vorabend angereist, holten wir, wie es der Brauch besagt einen Stein aus der Werra, um ihn über alle Teammitglieder bis nach Blankenstein zu bringen und dort in die Selbitz zu werfen. Es war für uns alle eine unruhige Nacht, denn bereits um 4 Uhr kamen die ersten Autos in Hörschel an, um den Start der Frauen und Mixed-Staffeln um 5 Uhr wahrzunehmen. Obwohl wir drei Damen im Team hatten, zählten wir zu den Männerstaffeln und mussten pünktlich zum Start um 6 Uhr. Die ersten 400 Höhenmeter erklomm Olli auf den 14km bis zur „Hohen Sonne“. Auf Position 51 übergab er an Richard, der die Königsetappe über den kleinen Inselsberg mit 750HM auf 19,6km lief. Durch seine starke Pace von 4:49 min/km konnte er einige Plätze gut machen und übergab auf Platz 21 an Lisa Fuhrmann. Für sie galt es 14 km mit 200HM bis zur „Neuen Ausspanne“ zu absolvieren. Bis hierhin konnte Lisa Spierling alle Etappen mit dem Rad begleiten, doch unsere schnellen Läuferinnen und Läufer setzten ihr in Kombination mit der Hitze und den knapp 1500HM ganz schön zu, sodass ab der vierten Etappe immer wieder andere Teammitglieder auf dem Rad begleiteten. Auch Christoph konnte wie Lisa in etwa unsere Platzierung im Gesamtplacement erhalten, indem er auf 13,7km mit 300HM eine Pace von 5:09min/km hinlegte.
Auf den 20km zwischen Oberhof und Allzunah ließ anschließend Mattis viele Läufer stehen und brachte uns auf Gesamtplatzierung 11 mit einem Schnitt von 4:05min/km. Damit konnte er auf seiner Etappe die fünftschnellste Zeit auf den Waldboden zaubern. Auf den anschließenden 18 Kilometern schindete sich Lars in der Mittagshitze und musste nur einen Platz einbüßen. Ebenso tat es Felix, den eine böse Überraschung erwartete, denn eigentlich wurde der Wechselpunkt von uns bereits nach 18 Kilometern erwartet und nicht erst nach 20. Dies zehrte zusammen mit der Sonne an seinen Nerven und so kam er fluchend und völlig überhitzt in Neuhaus an. Von hier sollte Franzi auf 13,5 Kilometern ihr bestes geben und brachte mit einer soliden Pace den Stein zur Schildwiese. Einfach nur brutal in der Hitze…
Auf der vorletzten Etappe stürmte Rebby über 16km in 1:20h nach Brennersgrün und sah beim Wechsel an mich noch überraschend fit aus. Im Gegensatz dazu, viel es mir mental sehr schwer nach so einem langen Tag. Nachdem ich am ersten Anstieg meine Herzfrequenz jenseits der 185 gejagt habe, half nur eine Gehpause, um wieder etwas herunterzukühlen. Als letzter Läufer hatte ich das Glück mehrmals von den anderen angefeuert zu werden und eine Wasserdusche zu bekommen. Doch es half nichts, die Beine waren bergab schwer wie blei und ich konnte über die 20 km gerade einmal 4:40 min/km laufen. Das war ich schneller gewohnt, doch nach gerade überwundener Covidinfektion und einem langen, anstrengenden Tag trotz dessen zufriedenstellend.

Nachdem wir gemeinsam auf Platz 14 nach 14:20h ins Ziel einliefen, waren wir überglücklich, die Anstrengungen hinter uns gebracht zu haben. Den Brauch im Hinterkopf, machten wir uns gleich auf, um unseren Stein in die Selbitz zu werfen. Danach konnten wir im Zielbereich in toller Atmosphäre den Abend ausklingen lassen und uns einen der beliebten Startplätze für nächstes Jahr sichern.
